Thailand bietet als Urlaubsland viele schöne Sehenswürdigkeiten an. Eines dieser Sehenwürdigkeiten ist Bang Pa In. Nördlich von Bangkok, rund 50 km entfernt, befindet sich die große Insel Bang Pa In, die von einer Chao-Phraya-Stromschleife gebildet wurde. Früher war diese Flußinsel der Familienbesitz von König Prasad Thong von Ayuthaya. Er ließ sich um 1630 am Ufer des großen Sees auf der Insel einen Sommerpalast und einen Tempel für die heißen Sommertage bauen. Alle nachfolgenden Ayuthaya-Könige verbrachten dort ihren Aufenthalt, bis nach der Zerstörung von Ayuthaya die neue Hauptstadt nach Bangkok verlegt wurde. Da nun Bang Pa In zu weit von der neuen Hauptstadt entfernt war, blieb der Sommerpalast der Insel, Phra Thinang, lange Zeit unbewohnt. Erst als moderne Transportmittel wie Dampfschiffe im alten Siam eingesetzt wurden, und damit auch größerer Strecken ohne Mühe zurückgelegt werden konnten, erinnerte man sich an die Flußinsel im Norden Bangkoks. König Rama IV, besser bekannt als König Mongkut, der in der Zeit von 1851-1868 das Land regierte, war auch der erste Monarch, der zum Inselsee mit seinem am Ufer liegenden, schönen Sommerpalast zurückkehrte. König Mongkut und insbesondere sein Sohn Rama V, der beliebte König Chulalongkorn, der von 1868-1920 regierte, ließen dieses alte Residenz vollständig restaurieren. Nach einer Überlieferung hatte einst ein reicher, chinesischer Kaufmann schon viel früher einen Palast auf die Flußinsel bauen lassen und später dem König von Siam zum Geschenk gemacht. Da die Beziehungen zwischen China und Siam immer relativ ausgeglichen waren, und viele chinesische Künstler schon in der Sukhothai-Periode Einfluß in den verschiedenen Künsten hatten, kann diese Überlieferung durchaus einen wichtigen geschichtlichen Hintergrund haben. Europäische Besucher, verwöhnt vom Pomp der unzähligen, europäischen Paläste und Schlösser, fanden in Bang Pa In einen gleichwertigen, künstlerischen Palast, der in früheren Zeiten auch als das „Versailles von Siam“ bezeichnet wurde. Außergewöhnlich und märchenhaft zugleich ist auch die ganze Bauweise dieser Anlage. So findet man hier nicht einen einheitlichen Stil vor, sondern vielmehr eine Stilmischung, die sicher von den Impressionen zweier großer Könige, nämlich König Rama IV und Rama V, mitgeprägt wurde. So sind die wunderschönen Gartenanlagen mit rokkokoartig geschwungenen Brücken ausgestattet, auf den Grünflächen findet man griechische Statuen, einen Buddha-Tempel mit eingebundenen gotischen Kirchenstil, und es gibt hier ein sehr interessantes Observatorium im chinesischen Stil zu bewundern. Der Palast selber ist reichlich mit herrlichen Holzschnitzereien, Bemalungen und Vergoldungen verziert. Im Palast selber können auch wertvolle Einzelstücke der japanischen Kunst bewundert werden. Eine große, romantische Idylle, weit ab von der hektischen Metropole, ist hier entstanden, die gerne von den Einheimischen besucht wird. Eine Oase der Ruhe und zur eigenen Selbstbesinnung wurde hier geschaffen. Die großzügige Parkanlage mit den vielen Schatten spendenden Bäumen und den blühenden Lotosteichen tut ihr übriges, damit Bang Pa In jedem lange in Erinnerung bleibt. Copyright: Wilfried Stevens, Düsseldorf Dieser Beitrag ist geschützt, und darf ohne schriftliche Genehmigung weder in einer anderen Webseite veröffentlicht, archiviert oder sonst wie öffentlich verwendet werden !

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