Hoong Naam – wo ist die Toilette bitte ?

In Thailand ist es ganz normal, dass man sich im Freundeskreis oder in der Familie einen Spaß daraus macht, über den Ablauf der Verdauung in Einzelheiten zu plaudern. Dabei bilden Verdauungsstörungen und der Gang zur Toilette ein gemeinsames Schwerpunktthema. Bei solchen Gesprächen wird ein so nettes Wortspiel angewandt, begleitet mit einer Portion Mimik, das sich keiner auf irgendeine Weise peinlich berührt fühlt. Über eine natürliche Sache wird frei gesprochen. Wir Europäer dagegen sind zu dieser wichtigen Thematik eher zurückhaltender, und sprechen meistens nur mit vorgehaltener Hand darüber. Durch diese Zurückhaltung wiederum kann jeder Reisende, der unvorbereitet nach Thailand kommt, in komische Situationen geraten.

Grundsätzlich finden Sie heutzutage in fast allen modernen Hotels, Kaufhäusern und Büros die für uns gewohnte “Sitz-Toilette”. In der Regel sind dort die Wegweisungen zu den Toiletten eindeutig gekennzeichnet. Staunen Sie nicht, wenn Sie Fußabdrücke auf der Toilettenbrille entdecken! Für die meisten Thais ist es unverständlich, warum die “westliche Sitztoilette” fortschrittlich sein soll. Für uns Europäer ist es andererseits kaum zu verstehen, warum die Thais, und andere asiatische Länder, noch die sogenannte “Hock-Toilette” benutzen. Wie auch immer Ihre Meinung dazu ist, Sie sind Gast hier und werden sicher irgendwann mit der Hock-Toilette konfrontiert.

 

Hierzu deshalb folgende Hinweise:

 

Sollten Sie außerhalb der modernen Hotels oder Kaufhäuser eine Toilette suchen, so können Sie dies mit dem Wort hong naam erfragen. Wörtlich übersetzt bedeutet hong naam “Wasserzimmer”, und in einfachen Hotels oder auf dem Land bedeutet dies zugleich Badezimmer. Können Sie mal das “Wo?”, im thailändischen tii nai?, nicht erfragen, so helfen hier am besten Gesten.

 

Da jedoch nicht jedes Wasserzimmer eine Toilette aufweist und es ebenso nicht überall ein solches Zimmer gibt, kann die Situation schon heikel werden. In diesem Fall hilft das Wort suám, dass man einfach mit “Klo” übersetzen kann. Sind die Toilettentüren nicht eindeutig gekennzeichnet, so können Sie mit den Worten jing (Damen) oder tschai (Herren) die richtige Tür erfragen. Ein Tipp: Immer eine Packung Taschentücher mitnehmen!

 

Wie der Name schon sagt, müssen Sie bei der Hock-Toilette tief in die Hocke gehen. Wichtig ist es, dass Sie dabei Hose oder Rock soweit wie möglich herunterziehen. Sollte der Boden nicht sauber sein, legen Sie etwas Papier darüber. Wer vor allem seine Hose nicht weit genug herunterzieht, wird sehr schnell bemerken, das die Schwerkraft auch vor einer offenen Hose nicht halt macht. Leeren Sie möglichst vorher alle Hosentaschen, da eine anschließende Suche im Abfluss recht unangenehm und selten erfolgsversprechend ist. Soweit Toilettenpapier vorhanden ist, werfen Sie es nach Gebrauch in den bereitstehenden Korb oder Eimer und nicht Abfluss, da dieser sonst verstopfen kann.

 

Sollte kein Toilettenpapier vorhanden sein, dann gibt es bestimmt ein Wasserbecken oder zumindest einen Wassereimer mit Schöpfkelle. Unter Zusammenwirkung von Wasser und der linken Hand ist die Hygiene ein Kinderspiel und Sie haben alles im Griff. Dies ist nicht rückständig, sondern ein Brauch von vielen Kulturen. Stellen Sie sich doch auch mal folgende Frage: Was machten Europäer, als es noch kein Toilettenpapier gab?

Sollten Sie nur in ländlicher Gegend verweilen, so kann es sich durchaus ereignen, dass Sie auch ohne Hock-Toilette auskommen müssen. Dies bedeutet nichts anderes, als dass Sie Ihren “Toilettengang” im freien Fels unternehmen müssen.

Copyright: Wilfried Stevens, Düsseldorf

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