Der Sart Thai Tag, andere Schreibweisen sind auch Wan Sart Thai oder Thai Sart, ist ein nicht offizieller Gedenktag in Thailand, wo man die Verstorbenen ehrt. Im thailändischen Buddhismus wird der Tod nicht nur als ein Zyklus des Lebens angesehen, auch nimmt man an, das alle Verdienste verstorbener Familienmitglieder in irgendeiner Weise den noch lebenden Familienangehörigen zugute kommen kann. Auch ist es Tham bun, um für sich Verdienste zu erwerben, aber auch zugleich die Verdienste der Verstorbenen zu würdigen. Ein besonderer Tag für Angehörige und Freunde, um allen verstorbenen Verwandten und Freunden in Trauer und Erinnerung zu gedenken.
In der Regel findet dieser Gedächtnistag im Monat September statt, der nicht von jedem Thai beachtet wird, jedoch besonders in den ländlichen Regionen wird dieser Tag noch von vielen Thais gewürdigt. Zu diesem Anlass werden die Bilder der Verstorbenen zu Hause oder die angebrachten Bilder an Urnengräbern der Verstorbenen gesäubert und mit frischen Blumengirlanden geschmückt. Es werden Kerzen und Rauchstäbchen vor den Bildern entzündet, dann erfolgt ein Gebet und mit einem Wai verabschiedet man sich von den Verstorbenen. Auch mit gemeinsamen Gebeten wird im Wat den Toten gedacht.
Hinweise
Das Wort Sart stammt von der altindischen Sprache Pali ab, und wird von der Bedeutung her als Saison, Herbstzeit oder auch Fall der Jahreszeit genannt. In früheren Zeit soll es ein brahmanisches Sart-Fest gegeben haben. In der Vergangenheit glaubten die Menschen, dass die gute Ernte von Feldfrüchten von den Nahrungsgeister oder vom Wohlwollen der Geister von Verstorbenen abhinge. Nur diese Nahrungsgeister oder die Geister der Verstorbenen bestimmten, ob die Menschen oder Nachkommen verhungern mussten oder eine reiche Ernte bekamen. Gab es schlechte Ernten oder eine Hungersnot, glaubte man, das diese Geister in irgendeiner Form verärgert zu haben. Um die Geister wieder zu beruhigen wurden sie jeweils zur Erntezeit mit Opfergaben geehrt. Ob es allerdings einen Zusammenhang mit dem heutige Sart Thai Tag gibt, ist nur eine Vermutung.
Sart nam – Weihwasser für die Verstorbenen

Einen Brauch, denn man immer nach einer buddhistischen Feier beobachten kann, ist das Sart nam (auch sat nam, sart nahm, kruat nam), das Weihwasser für die Verstorbenen gießen. Jeder nimmt das von einem Mönch gesegnete Wasser (nam mon) in einen Becher und gießt außerhalb das Wasser im Boden, möglichst in der Nähe eines Baumes. Damit möchte man den Verstorbenen den Segen der Mönche weiter geben, damit mögliche Sünden der Toten gesühnt werden. Auch möchte man dadurch nicht nur eine gute Tat (thambun) vollbringen, um eigene Verdienste zu erwerben, sondern mit dem vergießen des Weihwassers diese Verdienste an die Verstorbenen weitergeben. Viele sprechen dabei einen leisen Segnungsspruch aus. Im seltenen Fall möchte man auch ruhelose Geister (z.B. unnatürlich Verstorbene) damit besänftigen.
Aber in vielerlei Hinsicht wird der Begriff Sart immer für solche Festtage in Verbindung gebracht, wenn es sich um Geister oder Verstorbene handelt. So wird das chinesische Fest der hungrigen Geister auch als Chinese Sart Festival bezeichnet. In Kambodscha gibt es im gleichen Zeitraum den Prachum Ben-Tag. An diesem Tag gedenkt und ehrt man die Verstorbenen und Vorfahren. Darauf folgt das Bon Dak Ben Fest, das Geister-Gedenken-Fest.

Copyright: Wilfried Stevens, Düsseldorf

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