Sawankhalok – Keramik

Zwischen den Städten Sukhothai und Si Satchanalai liegt die berühmte Töpferstadt Sawankhalok, etwa 20 km von Si Satchanalai entfernt. Es ist ein verträumtes kleines Städtchen, das man lieb gewinnen kann. Hier hatten sich einst die meisten der vertriebenen Einwohner aus dem zerstörten Si Satchanalai niedergelassen. (Siehe auch den Beitrag “Die Ruinenstätte von Si Satchanalai)

Die ältesten Funde thailändischer Keramik stammt von Ban Chiang. Auch fand man Khmerkeramik, die auch auf siamesischen Boden im Grenzbereich zum damaligen Kambodscha hergestellt wurde. Archäologische Funde der letzen Jahre lassen darauf schließen, dass die Produktion von glasiertem Steingut bereits zwischen dem 9.-10. Jahrhundert im alten Siam begonnen hat.

 

Im Jahre 1282 besuchte der berühmte König der Sukhothai-Periode Rama Khamheng das mächtige Reich von Kublai Khan. Bei seinem zweiten Besuch im Jahre 1300 brachte er 300 chinesische Handwerker und Künstler mit, die den siamesischen Handwerkern und Künstlern Elemente der chinesischen Bildhauerei und eine verbesserte Töpferkunst beibringen sollten. Auch brachte sie das Wissen neuerer Brennöfen (Kiln) mit. Sie halfen moderne Brennöfen, die für hohe Temperaturen ausgelegt waren, in Sukhothai und Sawankhalok zu bauen. So entwickelte sich dann daraus die Basis für die berühmte Sawankhalok-Keramik. In den Glanzzeiten sollen hier bis zu 200 Brennöfen in Betrieb gewesen sein. Celadon wird durch das zweimalige Backen von Ton bei sehr hohen Temperaturen und in Verbindung mit Holzasche und weiteren Chemikalien hergestellt.

 

Dabei wurden nicht nur Haushaltswaren, schöne Vasen und Schüsseln hergestellt, sondern u.a. auch unterschiedliche schöne Skulpturen von Tieren und Figuren, die auch als Grabbeigaben verwendet wurden. Bei der Ornamentik (Zierkunst) wurden am meisten unterschiedliche Linienführungen, Strichmuster und Blattranken verwendet. Die Technik, Porzellan vielfältig zu bemalen, wurde dabei fortlaufend verbessert.

 

Seit dem 12.-13. Jahrhundert exportierte man diese Ware auch in großen Mengen nach Indien, China, den Philippinnen und Japan. Dafür kaufte bzw. tauschte man es gegen Gewürzen, Zucker, Zinn, Silber, Kupfer, Tee, Hölzer, Harz, Leder, Pelzen, Kleidung und Seide ein. Nach China wurde es sogar lange Zeit auch als Tribut geliefert.

 

Die Produktion wurde auch nach dem Untergang von Sukhothai und Ayuthaya kontinuierlich weiter geführt, wobei viele Künstler nach Chiang Mai abwanderten. So wurde Chiang Mai ein neues Zentrum der heutigen Celadon-Herstellung.

 

Heutzutage werden insbesondere für die Touristenbranche Vasen, Geschirr, Lampenschirme, Essgeschirr und viele Souvenir-Artikeln aus Keramik hergestellt.

 

Sawan Waranayok National Museum

Bei dem Museum handelt es sich um ein kleines Gebäude, das mitten in eine großen Garten steht. Es enthält Buddhastatuen aus verschiedenen Epochen, Porzellan und natürlich auch Ausstellungsstücke des berühmten Sawankhalok-Keramik aus der Sukhohai-Periode, die diesen Ort über die Grenzen des Landes hinaus berühmt gemacht hat.

 

Geöffnet ist das Museum von Mittwoch-Sonntag, außer Feiertags von 9.00 Uhr -16.00 Uhr.

 

Copyright: Wilfried Stevens, Düsseldorf

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